Blogeintrag#03/2021: Alte Liebe rostet auch, aber anders…

Als ich vor zehn Jahren in die Autowerkstatt fuhr, erklärte mir der Meister, ich müsse mich langsam nach einem neuen Auto umsehen. Mein Auto würde anfangen zu rosten und seine besten Jahre hätte es hinter sich.

Ich wechselte allerdings nicht das Auto, sondern die Umstände, wir fuhren in eine neue Werkstatt. Natürlich hatte sich bei meinem Wald- und Wiesenfahrzeug erster Rost eingeschlichen, hier und da ein Kratzer vom Gebüsch, durch das wir fahren, um Weidegeräte auszuwechseln.

In meiner neuen Werkstatt, die mich bis heute betreut, sagte der Meister: „Klar hat es seine Macken, aber der Motor läuft rund. Mit dem Auto werden sie alt.“

Genau wie bei meinem Fahrzeug schleicht sich auch oft in langjährigen Beziehungen etwas Rost ein und manchmal gibt es Risse oder Löcher. Was dann? Austauschen, jemanden „Neuen“ kennenlernen? Der oder die neue Person würde auch irgendwann rosten. Der Alltag entfaltet sich, wenn der Zauber verflogen ist.

Die Kernfrage ist: Läuft der Motor noch rund – ist der Kern dieser Beziehung in Ordnung?

Beantworten meine KlientInnen die Frage mit „Ja“ oder „eigentlich schon“ fange ich an, die Umstände zu betrachten. Die Gestaltung von Beruf, Freizeit, Leben geraten in den Fokus meiner Analyse.

Mein Fahrzeug wird hin- und wieder an einigen Stellen lackiert, Löcher im Unterboden verschweißt und das Übliche gewartet. Ich fange also an, mit meinem Auftraggeber den Rost seiner Beziehung zu entfernen und Löcher, die wir entdecken, zu schließen.

Dadurch, dass wir die Beziehung beleuchtet haben und die unangenehmen Umstände angegangen sind, wurde deutlich, dass es oft nicht der Partner ist, der das eigentliche Problem darstellt, sondern das „Drumherum“.

Keiner meiner KlientInnen hat sich am Ende des Coachings für eine Trennung entschieden.

Ich habe mein Auto bis heute, letztes Jahr feierten wir seinen 20. Geburtstag, jeden Tag stellen wir unsere Beziehung auf die Probe – bis heute läuft der Motor rund!

Blogeintrag#02/2021: Die Problemlösungsfrau

Immer wieder kommen Diskussionen zur Abgrenzung der Begriffe Coaching, Beratung und Training auf.

Vor Jahren hielt ich ein erfolgreiches Pferdegestütztes Seminar zum Thema Beziehungen ab. Im Anschluss kam eine der Teilnehmerinnen zu mir und sagte: „Ich schicke Ihnen meinen Mann!“

Sie setzte ihr Vorhaben in die Realität um. Zunächst unterstützte ich ihn dabei, seine langjährige Ehe wieder auf eine für beide l(i)ebenswerte Ebene zu bringen. Später bat er mich, ein Pferdegestütztes Teambuilding für eine seiner Abteilungen durchzuführen, da er hier Probleme sah.

Im Laufe des Seminartages stellte sich heraus, dass es weniger um Hindernisse im Team ging, sondern mehr um das gesamte Arbeitsumfeld. Ich besprach diese Erkenntnis im Nachgang mit meinem Auftraggeber und er optimierte daraufhin einige Arbeitsplatzbedingungen. Bei diesem Treffen meldete mich die Sekretärin mit den Worten „Ihre Coacherin ist hier“ an. Seine Antwort lautete: „Das ist meine Problemlösungsfrau!“

Und genau als das sehe ich mich! Im Ergebnis müssen die Probleme und Anliegen meiner Kund*innen gelöst werden, das zählt mehr als jeder Begriff.

Blogeintrag#01/2021: Weshalb Jürgen Klopp ein guter Life-Coach wäre

Ein führender Wirtschaftspsychologe beleuchtete den Coaching-Markt und meinte, einem Großteil der Anbieter fehle die fundierte psychologische Ausbildung.

Auf die Aussage “Sie arbeiten dann im Hauptberuf als Heilpraktiker oder Reitlehrerin” möchte ich gern näher eingehen.
Jürgen Klopp ist auf seinem Fachgebiet sicherlich sehr gut, das sind aber viele Trainer und dennoch sind sie nicht so erfolgreich. Die besten Trainer, egal in welchem Sport, sind immer psychologisch sehr gut. Sie erkennen schnell die wahren Probleme, können unkonventionell um die Ecke denken, sind empathisch und haben eine phänomenale Herangehensweise, um Lösungen zu finden.
Tools allein – egal wie gut sie sind – reichen nicht. Sie können das “Hineindenken” in die Situation und in den Menschen nicht ersetzen. So helfen mir mein Studium und diverse Coachingausbildungen, meinen Kunden verschiedene Herangehensweisen zu offerieren. Sie zu verstehen, Sie zum Durchhalten Ihrer Ziele zu motivieren: dabei helfen mir die Kenntnisse, die ich über Jahre als Reittrainerin gesammelt habe.